WordPress Templates

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8–13 Minuten

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bearbeiten, erstellen, kopieren und exportieren

WordPress hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Die Antwort hängt maßgeblich davon ab, ob du ein modernes Block Theme (Full Site Editing) oder ein klassisches Classic Theme nutzt. Ich konzentriere mich hier auf den modernen Standard (Block Themes), da dieser direkt im WordPress-Backend ohne Programmierkenntnisse funktioniert.


1. Templates bearbeiten

Seit WordPress 6.x kannst du fast alles direkt im Site Editor erledigen.

  • Pfad: Gehe zu Design > Editor > Templates.
  • Aktion: Wähle ein Template aus (z. B. “Einzelner Beitrag” oder “Startseite”).
  • Anpassung: Du kannst nun Blöcke verschieben, löschen oder hinzufügen. Das Tolle daran: Änderungen hier wirken sich auf alle Beiträge/Seiten aus, die dieses Template nutzen.

2. Templates erstellen

Wenn dir die Standard-Vorlagen nicht reichen, kannst du eigene Logiken bauen.

  • Klicke im Editor auf das +-Symbol bei der Template-Liste.
  • Typ wählen: Entscheide, ob das Template für eine spezifische Seite, eine Kategorie oder einen bestimmten Autor gelten soll.
  • Design: Starte mit einer leeren Seite oder lass dir von WordPress ein bestehendes Layout als Basis vorschlagen.

3. Templates kopieren (Duplizieren)

Es gibt keinen direkten “Duplizieren”-Button im Menü, aber einen sehr effizienten Workaround über den Code:

  1. Öffne das Template, das du kopieren möchtest.
  2. Klicke oben rechts auf die drei Punkte () und wähle Code-Editor.
  3. Kopiere den gesamten HTML-Code.
  4. Erstelle ein neues Template (wie in Punkt 2 beschrieben) und füge den Code dort im Code-Editor-Modus wieder ein.
  5. Wechsle zurück in den Visuellen Editor – voilà, eine exakte Kopie!

4. Templates exportieren

Willst du deine Arbeit sichern oder auf einer anderen Website nutzen?

  • Einzelne Teile: Du kannst Blöcke als “Synchronisierte Muster” (früher Wiederverwendbare Blöcke) speichern und exportieren.
  • Das ganze Theme: Gehe im Site Editor auf die drei Punkte oben rechts () > Werkzeuge > Exportieren. WordPress lädt eine .zip-Datei deines gesamten Themes inklusive aller deiner Template-Anpassungen herunter.

Vergleich: Site Editor vs. Classic Themes

FunktionBlock Themes (Modern)Classic Themes (PHP)
BearbeitungVisuell via BlöckeVia PHP-Dateien & CSS
SpeicherortDatenbankDateisystem (FTP)
VoraussetzungKeine ProgrammierkenntnissePHP/HTML-Wissen nötig

Hinweis: Wenn du ein Classic Theme (wie Divi, Avada oder ältere Standards) nutzt, musst du oft mit einem Child Theme arbeiten und PHP-Dateien wie die single.php oder page.php manuell kopieren und umbenennen.

Ein Template einem ganz spezifischen Beitrag zuweist, nachdem du es erstellt hast.

Sobald du dein individuelles Template erstellt hast, musst du WordPress nur noch sagen, welche Seite oder welcher Beitrag dieses Layout auch wirklich nutzen soll.

Hier ist der schnellste Weg, das Template zuzuweisen:


Methode 1: Über den Editor (Einzelner Beitrag)

Wenn du gerade an einem Text arbeitest, kannst du das Template direkt in der rechten Seitenleiste ändern:

  1. Öffne den gewünschten Beitrag oder die Seite.
  2. Stelle sicher, dass in der rechten Seitenleiste der Tab Beitrag (oder Seite) ausgewählt ist (nicht “Block”).
  3. Suche den Bereich Template.
  4. Klicke auf den Namen des aktuellen Templates (meistens steht dort “Standard-Template”).
  5. Ein Dropdown-Menü öffnet sich: Wähle hier dein neu erstelltes Template aus.
  6. Klicke auf Aktualisieren – die Seite übernimmt sofort das neue Design.

Methode 2: Über die Quick-Edit-Funktion (Massenbearbeitung)

Das ist besonders nützlich, wenn du das Template für viele Beiträge gleichzeitig ändern willst:

  1. Gehe in deinem Dashboard auf Beiträge > Alle Beiträge.
  2. Fahre mit der Maus über einen Titel und klicke auf Quick Edit.
  3. Rechts findest du ein Dropdown-Feld namens Template. Wähle dein Design aus.
  4. Klicke auf Aktualisieren.

Tipp für Profis: Du kannst mehrere Beiträge markieren, oben bei “Mehrfachaktionen” auf Bearbeiten und dann auf Anwenden klicken. So kannst du das Template für 20 Beiträge mit nur zwei Klicks gleichzeitig ändern.


Warum taucht mein Template nicht in der Liste auf?

Falls du dein Template im Dropdown nicht findest, liegt das meist an einer dieser zwei Ursachen:

  • Falscher Typ: Wenn du ein Template explizit als “Single Post” (Einzelner Beitrag) erstellt hast, wird es bei “Seiten” nicht angezeigt (und umgekehrt).
  • Nicht gespeichert: Prüfe im Site Editor (Design > Editor), ob dein Template oben rechts noch einen blauen Punkt hat – dann ist es noch nicht final gespeichert.

Ein Template so einstellst, dass es automatisch für eine komplette Kategorie (z. B. alle “News”-Artikel) verwendet wird.

Das ist der “Königsweg” in WordPress, da du damit eine Menge manueller Arbeit sparst. Wenn du ein Template einer ganzen Kategorie zuweist, wird jeder neue Beitrag in dieser Kategorie automatisch im richtigen Design angezeigt.

Hier ist der Ablauf im modernen Site Editor:


Schritt-für-Schritt: Kategorie-Template zuweisen

  1. Den Site Editor öffnen: Gehe zu Design > Editor > Templates.
  2. Neues Template hinzufügen: Klicke oben rechts auf das Plus-Icon (+).
  3. Typ wählen: Wähle aus der Liste die Option Kategorie-Archive.
  4. Spezialisieren: WordPress fragt dich nun: “Möchtest du dieses Template für alle Kategorien nutzen oder für eine bestimmte?”
    • Wähle die spezifische Kategorie aus (z. B. “News” oder “Rezepte”).
  5. Design erstellen: Du landest nun im Editor. Hier kannst du das Layout festlegen, wie die Übersichtsseite dieser Kategorie aussehen soll (z. B. ein Grid mit Vorschaubildern).
  6. Speichern: Klicke oben rechts auf Speichern.

Was ist mit den einzelnen Beiträgen innerhalb dieser Kategorie?

Hier gibt es einen kleinen, aber wichtigen Unterschied:

  • Das Archiv-Template: Das oben beschriebene Template steuert nur die Übersichtsseite (die Seite, auf der alle Artikel der Kategorie “News” gelistet sind).
  • Das Einzelbeitrags-Template: Wenn du möchtest, dass auch die einzelnen Artikel in der Kategorie “News” anders aussehen als normale Blogposts, gehst du so vor:
    1. Klicke im Editor wieder auf + bei Templates.
    2. Wähle Einzelner Beitrag.
    3. Wähle im nächsten Schritt Beitrag in Kategorie.
    4. Wähle deine Kategorie (z. B. “News”).

Das Ergebnis: Sobald du nun einen neuen Beitrag schreibst und ihn der Kategorie “News” zuordnest, zieht er sich vollautomatisch dieses spezielle Design, ohne dass du im Beitrags-Editor manuell etwas umstellen musst.


Quick-Check: Funktioniert es?

Du kannst das sofort prüfen:

  • Gehe zu Beiträge > Kategorien.
  • Fahre mit der Maus über deine Kategorie und klicke auf Anschauen.
  • WordPress zeigt dir nun automatisch dein neues Template an.

Wichtiger Hinweis: Falls du ein Template für eine Kategorie erstellst, aber die Seite sich nicht ändert, leere bitte deinen Browser-Cache oder den Cache deines Caching-Plugins (falls du eines wie WP Rocket oder Autoptimize nutzt).

Wie du eine professionelle Beitragsschleife (Query Loop) in dieses Template einbaust, damit deine Artikel dort auch schick aufgelistet werden.

Der Query-Loop-Block (Beitragsschleife) ist das Herzstück jedes Kategorie-Templates. Er zieht sich automatisch die neuesten Artikel aus deiner Datenbank und zeigt sie in dem von dir gewählten Design an.

So baust du ihn professionell in dein Template ein:


1. Den Query-Loop-Block einfügen

  1. Gehe im Site Editor (Design > Editor) in dein Kategorie-Template.
  2. Klicke auf das +-Icon und suche nach „Beitragsschleife“ (oder „Query Loop“).
  3. Du hast nun zwei Möglichkeiten:
    • Vorlagen: Wähle ein fertiges Layout (z. B. Standard-Liste oder Grid).
    • Neu beginnen: Klicke auf „Leer“, wenn du die volle Kontrolle willst.

2. Die wichtigste Einstellung: „Abfrage vom Template erben“

Das ist der entscheidende Schritt, damit WordPress weiß, welche Beiträge es zeigen soll.

  • Klicke auf den äußeren Rahmen der Beitragsschleife.
  • In der rechten Seitenleiste (Einstellungen) findest du den Schalter „Abfrage vom Template erben“.
  • Wichtig: Aktiviere diesen Schalter!Warum? Wenn dieser Schalter aktiv ist, erkennt WordPress automatisch: „Ah, ich bin im Kategorie-Template ‘News’, also zeige ich nur News-Beiträge.“ Wenn er aus ist, zeigt er einfach alle Blogbeiträge an.

3. Das Design der Beiträge anpassen

Innerhalb der Beitragsschleife befindet sich die Beitragstemplate-Instanz. Alles, was du hier reinwirfst, wird für jeden einzelnen Artikel wiederholt. Ein Profi-Layout besteht meist aus diesen Blöcken:

  • Beitragsbild: Das Vorschaubild des Artikels.
  • Beitragstitel: Verlinkt automatisch zum Artikel.
  • Beitragssausschnitt (Excerpt): Eine kurze Zusammenfassung.
  • Beitragsdatum: Wann wurde es veröffentlicht?
  • Weiterlesen-Button: Ein klassischer Call-to-Action.

4. Profi-Tipp: Das Spalten-Layout (Grid)

Damit deine Beiträge nebeneinander stehen (z. B. 3 Spalten), gehst du so vor:

  1. Wähle die Beitragsschleife aus.
  2. Suche in der Toolbar oben (über dem Block) das Icon für „Anzeige-Einstellungen“ (sieht aus wie ein kleines Raster).
  3. Hier kannst du die Anzahl der Spalten einstellen (z. B. 3).

Ein kleines Extra: „Keine Ergebnisse“-Block

Was passiert, wenn eine Kategorie noch leer ist? WordPress bietet dir dafür innerhalb der Beitragsschleife den Bereich „Keine Ergebnisse“.

  • Klicke auf das + innerhalb der Schleife und füge den Block „Keine Ergebnisse“ hinzu.
  • Schreibe dort einen netten Text rein, wie: „Aktuell gibt es hier noch keine Neuigkeiten. Schau bald wieder vorbei!“

Zusammenfassung der Struktur in der Listenansicht (links oben):

Deine Struktur sollte am Ende etwa so aussehen:

  • Beitragsschleife
    • Beitragstemplate (hier liegen die Design-Blöcke)
      • Beitragsbild
      • Beitragstitel
      • Beitragsausschnitt
    • Paginierung (damit man auf Seite 2, 3 etc. blättern kann)
    • Keine Ergebnisse

Die Paginierung (die Seitenzahlen unten) so anpassen, dass sie modern aussieht und nicht nur „Ältere Beiträge“ anzeigt

Ein modernes Design lebt von Details. Die Standard-Einstellung in WordPress ist oft nur ein simpler Textlink wie „Ältere Beiträge“, was ein bisschen nach 2010 aussieht. Mit der Paginierung (Seitennummerierung) kannst du das Ganze viel benutzerfreundlicher gestalten.

So baust du eine schicke Navigation unter deine Beitragsschleife:


1. Paginierung hinzufügen

  1. Wähle in deinem Kategorie-Template die Beitragsschleife aus.
  2. Klicke innerhalb der Schleife (ganz unten) auf das + und suche nach dem Block Paginierung.
  3. WordPress fügt nun einen Container ein, der standardmäßig leer oder sehr schlicht ist.

2. Die Navigationselemente anpassen

Ein Profi-Layout braucht drei spezifische Unter-Blöcke innerhalb der Paginierung. Klicke auf das + innerhalb des Paginierungs-Blocks:

  • Vorherige Seite: Der „Zurück“-Button.
  • Seitenzahlen: Zeigt 1, 2, 3 … an (das ist das Wichtigste für die Übersicht!).
  • Nächste Seite: Der „Weiter“-Button.

3. Das Design aufpolieren (Styling)

Jetzt kommt der optische Teil. Klicke den Paginierungs-Block (den äußeren Rahmen) an und schau in die rechte Seitenleiste unter den Tab Stile (das Kreis-Symbol):

  • Layout: Wähle „Inhalt an die Mitte anpassen“, damit die Zahlen schön zentriert unter deinen Blogposts stehen.
  • Abstand (Zwischenraum): Erhöhe den Wert unter „Block-Zwischenraum“, damit die Zahlen nicht so aneinanderkleben.
  • Typografie: Mach die Zahlen etwas fetter (Medium oder Bold), damit man sie gut trifft.
  • Farben: Du kannst den Zahlen Hintergrundfarben geben, sodass sie wie kleine Buttons aussehen (z. B. ein Kreis oder Quadrat um jede Zahl).

Profi-Trick: Die „Punkte“ (Dots) begrenzen

Wenn du 50 Seiten hast, willst du nicht, dass 50 Zahlen nebeneinander stehen.

  • Klicke auf den Block Seitenzahlen.
  • In den Einstellungen rechts kannst du festlegen, wie viele Zahlen links und rechts von der aktuellen Seite angezeigt werden sollen.
  • Standardmäßig ist das meistens auf 3 eingestellt, was perfekt ist.

So sieht die Struktur in der Listenansicht aus:

  • Beitragsschleife
    • … (Beitragstemplate mit Bildern/Titeln)
    • Paginierung
      • Vorherige Seite
      • Seitenzahlen
      • Nächste Seite

Ein kleiner Hinweis zur Usability: Achte darauf, dass die Klickfläche groß genug ist – besonders auf dem Smartphone. Nichts ist nerviger als eine winzige „2“, die man mit dem Daumen nicht trifft.

Template exportieren, um es zum Beispiel auf einer anderen Website eins zu eins wieder zu verwenden

Das ist der perfekte Abschluss für deinen Workflow. Wenn du Stunden in ein perfektes Kategorie-Template investiert hast, möchtest du es sicher als Backup behalten oder auf deine nächste Website übertragen.

In der modernen WordPress-Welt (Block Themes) gibt es dafür zwei Wege: den “sauberen” Komplett-Export und den schnellen “Copy-Paste”-Weg.


Methode 1: Der offizielle Theme-Export (Alle Templates)

Wenn du nicht nur ein Template, sondern alle deine Anpassungen (Farben, Schriften, Templates) sichern willst:

  1. Gehe zu Design > Editor.
  2. Klicke oben rechts auf die drei Punkte ().
  3. Wähle unter dem Punkt “Werkzeuge” die Option Exportieren.
  4. WordPress erstellt sofort eine .zip-Datei.
    • Inhalt: Diese Datei enthält dein komplettes Theme inklusive aller von dir erstellten HTML-Templates im Ordner templates.
    • Import: Du kannst diese Zip-Datei auf einer anderen Seite einfach über Design > Themes > Neu hinzufügen hochladen.

Methode 2: Einzelnes Template kopieren (Der “Code-Hack”)

Wenn du wirklich nur dieses eine Kategorie-Template auf eine andere Seite übertragen willst, ohne das ganze Theme zu wechseln:

  1. Öffne dein Template im Editor.
  2. Klicke oben rechts auf die drei Punkte () und wähle Code-Editor (oder nutze den Shortcut Strg + Alt + Shift + M).
  3. Du siehst jetzt den gesamten HTML-Code mit den WordPress-Block-Kommentaren (z. B. “).
  4. Kopiere diesen gesamten Text.
  5. Auf der neuen Website: Erstelle dort ein neues Template, wechsle ebenfalls in den Code-Editor und füge den Text ein.
  6. Zurück in den Visuellen Editor wechseln und Speichern. Fertig!

Wichtiger Hinweis beim Export/Import

Wenn du Templates exportierst, die Bilder oder spezifische Kategorien enthalten:

  • Bilder: Die URLs der Bilder zeigen oft noch auf die alte Website. Du musst die Bilder auf der neuen Seite eventuell neu verknüpfen oder hochladen.
  • IDs: Wenn du im Query-Loop eine ganz bestimmte Kategorie-ID fest eingestellt hast (statt “Abfrage vom Template erben”), musst du diese ID auf der neuen Seite anpassen, da die Kategorie dort eine andere Nummer hat.

Zusammenfassung deines neuen Workflows:

  1. Erstellen: Über Design > Editor > Templates.
  2. Zuweisen: Über das “Erben”-Prinzip oder manuell im Beitrags-Editor.
  3. Designen: Mit dem Query-Loop und der Paginierung für den Profi-Look.
  4. Sichern: Über den Export-Button im Editor.